FAQ

Fragen rund ums Tierwohl

Hier finden Sie Tipps und Antworten auf die häufigsten Fragen rund ums Tierwohl.

Allgemeines

Lorem ipsum dolor sit amet, consetetur sadipscing elitr, sed diam nonumy eirmod tempor invidunt ut labore et dolore magna aliquyam erat, sed diam voluptua. At vero eos et accusam et justo duo dolores et ea rebum. Stet clita kasd gubergren, no sea takimata sanctus est Lorem ipsum dolor sit amet.

Lorem ipsum dolor sit amet, consetetur sadipscing elitr, sed diam nonumy eirmod tempor invidunt ut labore et dolore magna aliquyam erat, sed diam voluptua. At vero eos et accusam et justo duo dolores et ea rebum. Stet clita kasd gubergren, no sea takimata sanctus est Lorem ipsum dolor sit amet.

Lorem ipsum dolor sit amet, consetetur sadipscing elitr, sed diam nonumy eirmod tempor invidunt ut labore et dolore magna aliquyam erat, sed diam voluptua. At vero eos et accusam et justo duo dolores et ea rebum. Stet clita kasd gubergren, no sea takimata sanctus est Lorem ipsum dolor sit amet.

Lorem ipsum dolor sit amet, consetetur sadipscing elitr, sed diam nonumy eirmod tempor invidunt ut labore et dolore magna aliquyam erat, sed diam voluptua. At vero eos et accusam et justo duo dolores et ea rebum. Stet clita kasd gubergren, no sea takimata sanctus est Lorem ipsum dolor sit amet.

Hunde

Blaualgen in stehenden Gewässern: Gefahr für Hunde!

Blaualgen kommen das ganze Jahr über natürlicherweise in allen Seen und Gewässern in den verschiedensten Formen und Farben vor. Einige Arten können giftige Stoffe abgeben. Bei perfekten Bedingungen mit viel Sonnenlicht und hoher Nährstoffkonzentration kommt es zu explosionsartigen Entwicklungen. Diese erhöhte Konzentration kann für Menschen und Hunde gesundheitsgefährdend sein, weshalb die Stiftung TBB Schweiz zur Vorsicht aufruft.

Was sind Blaualgen?
Blaualgen sind eigentlich keine Algen, sondern einzellige Bakterien, sogenannte Cyanobakterien, die giftige Stoffe (Toxine) enthalten und auch in unseren Gewässern häufig vorkommen. Vor allem bei hohen Temperaturen kann es zu einer sehr starken, regelrecht explosionsartigen Entwicklung von Blaualgen kommen. Blaualgen bilden sich in stehenden Gewässern, wenn genügend Phosphor und Sonnenlicht vorhanden sind. Fliessgewässer wie der Rhein sind davon weniger betroffen. Wegen der Sonnenwärme bilden sich für Menschen und Hunde gefährliche Bakterien, welche das Gift Anantoxin enthalten. Am häufigsten betroffen von einer Blaualgen-Vergiftung sind Hunde, die gerne schwimmen und Wasser verschlucken. Durch das Sauber-Lecken nach dem Baden wird das Wasser ebenfalls aufgenommen.

Wie können Sie Blaualgen in Gewässern erkennen?

  • Ein starker Befall von Teichen, Tümpeln oder anderen Gewässern ist an einer ausgeprägten Trübung und starken Verfärbung des Wassers erkennbar. Sie können grün, braun, gelb oder sogar rot gefärbt sein.
  • Wenn man bis zu den Knien im Wasser steht und die Füsse nicht mehr sehen kann (schlechte Sichttiefe).
  • Schlieren oder Flocken an der Oberfläche.
  • Angetrocknete grüne oder blau-schwarze Beläge auf Steinen am Uferbereich: Auch diese können Blaualgen enthalten und beim Ablecken aufgenommen werden.

Was sind die Symptome einer Blaualgen-Vergiftung?

Oft treten die ersten Symptome innerhalb der ersten 30 Minuten nach dem Wasserkontakt auf. Je nach Art der Blaualge können die Symptome unterschiedlich stark auftreten. Zu den Symptomen gehören: erhöhter Speichelfluss, Erbrechen, Durchfall, Schwächeanfall, Atemnot, Zuckungen, Krämpfe, Lähmungen, Bewusstlosigkeit und oft auch Fieber.

Was sollten Hundehalter beachten?

  • Halten Sie Ihren Hund von trübem oder mit öl-ähnlichen Schlieren bedecktem Wasser fern und lassen Sie ihn darin weder spielen noch schwimmen.
  • Lassen Sie Ihren Hund kein trübes Wasser trinken oder Algen fressen.
  • Erkundigen Sie sich im Vorfeld, ob für den auserkorenen Badesee Warnhinweise vorliegen.
  • Falls Ihr Hund mit möglicherweise kontaminiertem Wasser in Berührung gekommen ist, waschen Sie sein Fell so rasch als möglich mit klarem Wasser gründlich aus. Verhindern Sie in der Zwischenzeit, dass er seine Pfoten oder sein Fell ableckt.
  • Jeder Hund mit einer Blaualgen-Vergiftung benötigt sofortige Therapie. Also suchen Sie bei einem Verdacht unverzüglich den Tierarzt auf: Es besteht Lebensgefahr durch Blaualgen für Hunde!

Fellwechsel – eine haarige Angelegenheit

Viele Tierhalter kennen es bestens – wenn die Haustiere ihr Winterfell loswerden, ist die ganze Wohnung und jedes Kleidungsstück mit Tierhaaren übersät. Dieser Fellwechsel findet je nach Tierart und Rasse zweimal im Jahr statt und kann sich über Wochen hinziehen.

Der Fellwechsel ist nicht immer angenehm für die Tiere, sondern kann mit Juckreiz verbunden sein. Tierhalter können hier mit regelmässigem Bürsten Abhilfe schaffen: So werden die abgestossenen Haare entfernt und die Durchblutung angeregt. Zudem steigt während des Fellwechsels der Bedarf an Nährstoffen, Vitaminen und Mineralien, die für den Aufbau neuer Haare benötigt werden. Insbesondere ist eine genügende Zufuhr von Zink, Vitamin A, Vitamin B und ungesättigten Fettsäuren wichtig.
Wenn wir unsere Schützlinge in dieser haarigen Zeit also etwas unterstützen, so geht der Fellwechsel in der Regel ohne Probleme vorbei.

Vorsicht: Grannen beim Hund

Viele Hundebesitzer wissen nicht, wie gefährlich das Herumtollen ihres Vierbeiners durch ein Getreidefeld werden kann: Eine Granne kann für Hunde sehr schmerzhaft sein und zu ernsthaften Verletzungen führen.

Was sind Grannen?

Grannen sind feine, spitze Pflanzenteile, die sich vor allem an den Ähren verschiedener Getreidearten befinden und das Korn umschliessen. Sie besitzen kleine Widerhaken, die sich leicht im Fell von Tieren verfangen, beispielsweise wenn ein Hund durch ein Feld streift. Aufgrund ihrer Widerhaken lassen sie sich nicht einfach abschütteln – im Gegenteil, sie können sich immer tiefer ins Fell arbeiten und sogar in die Haut eindringen.

Besonders betroffen sind empfindliche Körperstellen wie Pfoten, Ohren, Nase oder Augen. Dort können Grannen starke Schmerzen verursachen und Entzündungen hervorrufen. In seltenen, schweren Fällen können sie sich weiter durch den Körper bewegen und lebensbedrohliche Schäden an inneren Organen oder sogar am Gehirn verursachen. Glücklicherweise sind solche Extremfälle selten, doch bereits kleinere Verletzungen können für betroffene Tiere sehr unangenehm sein.

Was sind typische Symptome?

  • Exzessives Ablecken der betroffenen Stelle
  • Vermehrtes Kratzen
  • Humpeln
  • Augen zukneifen
  • Vermehrtes Kopfschütteln oder Schiefhaltung des Kopfes
  • Schwellungen, z.B. an den Pfoten oder Augen
  • Starkes Niesen, Nasenausfluss

Was sollten Sie tun, wenn Ihr Hund betroffen ist?

Finden Sie eine Granne im Fell Ihres Hundes, entfernen Sie diese am besten vorsichtig mit einer Pinzette. Steckt eine Granne bereits in der Haut, in Ohren oder Nase, suchen Sie bitte einen Tierarzt auf.
Hunde sollten daher nach jedem Spaziergang insbesondere an Ohren, Augen, Pfoten, Nase, Mund, Achselhöhlen und Genitalien untersucht werden. Denn nebst Grannen können Hunde auch Zecken mit nach Hause bringen.
Am Besten lassen Sie Ihren Vierbeiner nicht durch ein Getreidefeld oder hohe Wiesen rennen. Das gilt schon aus Rücksicht auf Wildtiere (Leinenpflicht) und die Ernte.

So helfen Sie Ihrem Hund durch den Sommer

Nicht nur uns, sondern auch unseren tierischen Begleitern kann die Hitze zu schaffen machen. Für viele Tierarten, die im Gegensatz zu uns Menschen nicht schwitzen können, ist die Gefahr eines Hitzeschlages sehr gross. So ist es besonders wichtig, die Tiere immer mit genügend frischem Trinkwasser zu versorgen, damit sie ihre Körpertemperatur regulieren können und vor Austrocknung geschützt sind. Helfen Sie Ihrem Hund durch die heissen Sommertage.

Hunde

  • Verlegen Sie die Gassi-Runden auf die kühleren Morgen- oder späten Abendstunden und vermeiden Sie längere Spaziergänge in der Mittagszeit.
  • Überanstrengen Sie Ihren Hund nicht; insbesondere das Laufen neben dem Fahrrad ist bei höheren Temperaturen unbedingt zu unterlassen.
  • Meiden Sie möglichst aufgeheizte Asphaltwege. Hunde verbrennen sich schnell an den Pfoten; bereits bei einer Lufttemperatur von 25 °C erhitzt sich der Asphalt oft bis zu 50 °C. Können Sie Asphalt nicht umgehen, testen Sie vorher mit Ihrer Hand oder Ihrem Fuss die Temperatur des Bodens. Fühlt er sich heiss an, ist das für Hundepfoten nicht anders.
  • Auch bei Hunden besteht die Gefahr eines Sonnenbrandes, dies besonders bei hautempfindlichen, hellen Tieren. Ist eine starke, direkte Sonneneinstrahlung unvermeidbar, schützt eine entsprechende Sonnencrème für Tiere.
  • Lassen Sie Ihren Hund (auch Kinder und andere Tiere) niemals im Auto zurück! Schon bei milden 20 °C Aussentemperatur kann sich der Innenraum eines Autos innert weniger Minuten in einen Backofen verwandeln.

«Hunde mit Maulkorb sind aggressiv!»

  • Dieses Vorurteil hören wir leider immer wieder. Doch nicht immer sind Hunde, welche einen Maulkorb tragen, bissig oder gar «böse». Es gibt viele weitere Gründe, warum ein Hund einen Maulkorb trägt beziehungsweise warum es sinnvoll ist, dass er daran gewöhnt ist:Der Hund soll nichts vom Boden aufheben oder fressen. Zum Beispiel in einem Gebiet mit akuter Giftköderwarnung ist ein Maulkorb mit entsprechender Fressbremse sinnvoll.
  • Der Hund trainiert, einen Maulkorb zu tragen. Es gibt Länder, die z.B. im öffentlichen Verkehr oder für bestimmte Hunderassen einen Maulkorb vorschreiben. Stehen Ferien in einem solchen Land mit dem Vierbeiner bevor, ist es sinnvoll, dies vorgängig zu üben.
  • Der Hund ist noch nicht voll sozialisiert und der Halter möchte auf Nummer sichergehen.
  • Der Hund muss aufgrund von Auflagen einen Maulkorb tragen.

Wir empfehlen, dass Sie das Tragen eines Maulkorbes mit Ihrem Hund in kleinen Schritten behutsam und mit viel positiver Verstärkung trainieren, so dass der Hund das Tragen des Maulkorbes nicht mit etwas Negativem verbindet.

Wenn einem also ein Hund mit einem Maulkorb entgegenkommt, heisst das noch lange nicht, dass dieser aggressiv ist. Wir sollten vielmehr die weiteren Gründe in Betracht ziehen – denn in der Regel dient das Tragen eines Maulkorbes dem Schutz des Hundes.

Achtung: Sonnenbrand bei Hunden

Nicht nur wir Menschen, sondern auch Hunde und andere Tiere können einen Sonnenbrand bekommen. Deshalb müssen wir nicht nur uns, sondern auch unsere Tiere vor Sonnenbrand zu schützen. Häufiger Sonnenbrand kann bei Tieren genauso wie bei uns Hautkrebs begünstigen. Vor allem gefährdet sind Tiere mit weissem oder rotem, kurzem Fell und wenig Unterwolle, wie z.B. Dalmatiner, weisse Bulldoggen, Whippets und Beagles. Auch betroffen sind Nackthunde, da bei diesen Rassen das Fell als natürlicher Schutz fehlt.

Am meisten betroffen sind Stellen, die besonders exponiert sind, wie Ohrspitzen, Nase, Lippen, Bauch, Augenpartie und die Innenseiten der Beine.

Wie können Sie Ihre Tiere schützen?

Am besten, indem vor allem um die Mittagszeit eine direkte Sonneneinstrahlung vermieden wird. Sorgen Sie also für genügend Schattenplätze für Ihre Vierbeiner. Wenn man die Sonne nicht vermeiden kann, schützt hier eine gute Sonnencreme. Achten Sie darauf, ein spezielles Sonnenschutzmittel für Tiere zu verwenden, da viele gängige Sonnencrèmes für Menschen Substanzen enthalten, die für Tiere ungeeignet oder gar schädlich sein können.

Achtung: Sonnenbrand bei Hunden

Nicht nur wir Menschen, sondern auch Hunde und andere Tiere können einen Sonnenbrand bekommen. Deshalb müssen wir nicht nur uns, sondern auch unsere Tiere vor Sonnenbrand zu schützen. Häufiger Sonnenbrand kann bei Tieren genauso wie bei uns Hautkrebs begünstigen. Vor allem gefährdet sind Tiere mit weissem oder rotem, kurzem Fell und wenig Unterwolle, wie z.B. Dalmatiner, weisse Bulldoggen, Whippets und Beagles. Auch betroffen sind Nackthunde, da bei diesen Rassen das Fell als natürlicher Schutz fehlt.

Am meisten betroffen sind Stellen, die besonders exponiert sind, wie Ohrspitzen, Nase, Lippen, Bauch, Augenpartie und die Innenseiten der Beine.

Wie können Sie Ihre Tiere schützen?

Am besten, indem vor allem um die Mittagszeit eine direkte Sonneneinstrahlung vermieden wird. Sorgen Sie also für genügend Schattenplätze für Ihre Vierbeiner. Wenn man die Sonne nicht vermeiden kann, schützt hier eine gute Sonnencreme. Achten Sie darauf, ein spezielles Sonnenschutzmittel für Tiere zu verwenden, da viele gängige Sonnencrèmes für Menschen Substanzen enthalten, die für Tiere ungeeignet oder gar schädlich sein können.

Hitze kann töten!

Bei hohen Aussentemperaturen und Sonnenschein dürfen weder Menschen noch Tiere im Auto zurückgelassen werden – auch nicht für kurze Zeit.
Jedes Jahr sterben im Auto zurückgelassene Hunde an den Folgen eines Hitzschlags. Bereits bei milden 15 °C Aussentemperatur heizt sich der Innenraum eines an der Sonne stehenden Autos auf 50 °C auf. Bei hohen Aussentemperaturen steigen die Temperaturen im Innenraum sogar auf bis zu 70 °C an. Auch geöffnete Fenster oder Schatten bieten dann nicht genügend Schutz. Denn auch mit geöffnetem Fenster und an einem Schattenplatz steigen schon bei einer Aussentemperatur von 20 °C innert weniger Minuten die Innentemperaturen auf über 36 °C und mehr an.
Durch Hecheln vermögen sich Hunde dann nicht mehr natürlich zu kühlen, die Körpertemperatur steigt rapide an, und es droht ein oft tödlicher Hitzschlag durch Kreislaufversagen.

Wie handeln Sie richtig, wenn ein Tier bei hohen Aussentemperaturen im Auto zurückgelassen wird? (Gilt natürlich auch für Kinder und hilflose Menschen):

  • Sprechen Sie den Autofahrer bzw. die -fahrerin an, oder lassen Sie diese ausrufen.
  • Lässt sich der Halter oder die Halterin nicht auffinden, rufen Sie die Polizei.
  • Die Seitenscheibe eines Autos darf erst eingeschlagen werden, wenn der Rettungsdienst nicht rechtzeitig oder gar nicht kommt oder Sie sehen, dass ein dringender Notfall vorliegt: Das heisst, dass das Leben des Tieres nur durch das Einschlagen der Scheibe gerettet werden kann. Ein eingeschlossener Hund der Krämpfe hat, stark zittert oder bereits bewusstlos ist, schwebt in akuter Lebensgefahr! Hier ist sofortiges Handeln unabdingbar!
  • Das Zurücklassen eines Tieres in einem an der Sonne stehenden Auto ist in jedem Fall tierschutzrelevant und kann zu einem Eintrag im Strafregister führen.

Sind die Temperaturen hoch, so erhitzt sich auch der Asphalt. Und zwar so stark, dass sich Hunde an den Pfoten verbrennen können – bereits bei einer Lufttemperatur von 25° Grad kann sich der Asphalt auf bis zu 50° Grad erhitzen!

Darum: Wenn sich der Asphalt für Ihre Füsse (oder Hände) heiss anfühlt, dann tut er das auch für die Pfoten Ihres Vierbeiners. Vermeiden Sie in diesem Fall, dass der Hund für eine längere Zeit auf Asphalt gehen oder gar stehen muss (vor allem über die Mittagszeit).

Vorsicht Zecken!

Mit den wärmeren Temperaturen werden auch die Zecken wieder aktiv und es gilt, Hunde nach einem Spaziergang gründlich auf diese bissfreudigen Tierchen zu untersuchen.
Zecken können, sowohl für Menschen als auch für Hunde, sehr gefährlich werden: Zu den gefährlichen, durch Zecken übertragenen Infektionskrankheiten, gehören unter anderem die Borreliose, die Babesiose (auch Hunde-Malaria genannt) und die Hirnhautentzündung FSME (Frühsommer-Meningo-Enzephalitis). Diese Krankheiten können unbehandelt sogar tödlich enden.

Erste Warnsignale für von Zecken übertragene Krankheiten sind unter anderem Erschöpfung, Schwäche, Schläfrigkeit, Fieber, Blut im Urin und Appetitlosigkeit. Wenn Sie solche Symptome bei Ihrem Tier beobachten, sollten Sie unverzüglich einen Tierarzt aufsuchen.

Wenn Sie eine Zecke auf sich oder Ihrem Tier entdecken, entfernen Sie diese umgehend, um eine mögliche Übertragung von Krankheitserregern zu verhindern.

Katzen

Vorsicht: Grannen bei Katzen

Eine Granne kann für Katzen sehr schmerzhaft sein und zu ernsthaften Verletzungen führen.

Was sind Grannen?

Grannen sind feine, spitze Pflanzenteile, die sich vor allem an den Ähren verschiedener Getreidearten befinden und das Korn umschliessen. Sie besitzen kleine Widerhaken, die sich leicht im Fell von Tieren verfangen, beispielsweise wenn eine Katze durch ein Feld streift. Aufgrund ihrer Widerhaken lassen sie sich nicht einfach abschütteln – im Gegenteil, sie können sich immer tiefer ins Fell arbeiten und sogar in die Haut eindringen.

Besonders betroffen sind empfindliche Körperstellen wie Pfoten, Ohren, Nase oder Augen. Dort können Grannen starke Schmerzen verursachen und Entzündungen hervorrufen. In seltenen, schweren Fällen können sie sich weiter durch den Körper bewegen und lebensbedrohliche Schäden an inneren Organen oder sogar am Gehirn verursachen. Glücklicherweise sind solche Extremfälle selten, doch bereits kleinere Verletzungen können für betroffene Tiere sehr unangenehm sein.

Was sind typische Symptome?

  • Exzessives Ablecken der betroffenen Stelle
  • Vermehrtes Kratzen
  • Humpeln
  • Augen zukneifen
  • Vermehrtes Kopfschütteln oder Schiefhaltung des Kopfes
  • Schwellungen, z.B. an den Pfoten oder Augen
  • Starkes Niesen, Nasenausfluss

Was sollten Sie tun, wenn Ihre Katze betroffen ist?

Finden Sie eine Granne im Fell Ihrer Katze, entfernen Sie diese am besten vorsichtig mit einer Pinzette. Steckt eine Granne bereits in der Haut, in Ohren oder Nase, suchen Sie bitte einen Tierarzt auf.
Insbesondere an Ohren, Augen, Pfoten, Nase, Mund, Achselhöhlen und Genitalien sollten Freigänger-Katzen daher regelmässig untersucht werden. Denn nebst Grannen können Katzen auch Zecken mit nach Hause bringen.

So helfen Sie Ihrer Katze durch den Sommer

Nicht nur uns, sondern auch unseren tierischen Begleitern kann die Hitze zu schaffen machen. Für viele Tierarten, die im Gegensatz zu uns Menschen nicht schwitzen können, ist die Gefahr eines Hitzeschlages sehr gross. So ist es besonders wichtig, die Tiere immer mit genügend frischem Trinkwasser zu versorgen, damit sie ihre Körpertemperatur regulieren können und vor Austrocknung geschützt sind. Helfen Sie Ihrer Katze durch die heissen Sommertage.

Katzen

  • Wohnungskatzen sollten stets eine kühle Rückzugsmöglichkeit zur Verfügung haben.
  • Wie alle Tiere benötigen auch Katzen genügend frisches Wasser. Solche, die nicht ausreichend trinken, können mit fliessendem oder tropfendem Wasser spielerisch dazu animiert werden.
  • Verschieben Sie Spieleinheiten auf die kühleren Abendstunden.
  • Sorgen Sie mit Pflanzen für schattige Plätze, an denen Ihre Katze dösen kann.

Mit dem Frühling startet auch die Paarungszeit

Mehr als 1,8 Millionen Katzen leben in Schweizer Haushalten. Mit dem Beginn der Paarungszeit im Frühling appellieren wir an alle Katzenhalter*innen, ihre Samtpfote sterilisieren oder kastrieren zu lassen. Das erspart dem Tier Stress und verhindert unkontrollierten Nachwuchs.

Verwilderte Katzen in freier Wildbahn

Auch in der Schweiz besteht ein akutes Katzenproblem: Verwilderte Hauskatzen leben auf Bauernhöfen, Industriearealen, in Schrebergartenanlagen oder in Gärten von Privatpersonen. Die meisten von ihnen wurden bereits selber in freier Wildbahn geboren und vermehren sich dort munter weiter. Verwilderte Katzen gebären in der Regel 2 Mal im Jahr 1 bis 7 Welpen. Sie haben eine erlernte Scheu vor Menschen und geben diese auch an ihren Nachwuchs weiter.
Nimmt die unkontrollierte Vermehrung ihren Lauf, wächst die wilde Population rasant an. Krankheiten breiten sich aus und Katzenelend entsteht.

TBB-Katzenkastrationsaktionen gegen das Tierleid

Wir führen regelmässig Kastrationsaktionen durch, um dieses Tierleid zu verhindern. Dazu gehören eine umfassende und kompetente Beratung, telefonisch und vor Ort, das Ausleihen von Fallen sowie die finanzielle Beteiligung an den Kastrationskosten. Unterstützen Sie unsere Tierschutzarbeit, indem Sie die Augen offen halten und die Stiftung auf herrenlose, verwilderte Katzen oder Katzenpopulationen aufmerksam machen (Beratungsstelle Tierschutz unter der Telefonnummer 061 378 78 78, Auswahl 3).

Vorsicht bei offenen Wasserstellen!

Wenn Sie einen Pool, eine Regentonne, einen Teich oder eine andere offene Wasserstelle im Garten haben, decken Sie diese unbedingt ab oder stellen Sie eine Ausstiegshilfe zur Verfügung. Solche ungesicherten Wasserstellen stellen eine grosse Gefahr für Katzen, Igel, Insekten und andere Tiere dar. Fallen die Tiere hinein, kommen sie ohne Ausstiegsmöglichkeit nicht mehr heraus und ertrinken.

Kleinsäuger

So helfen Sie Ihren Kaninchen, Meerschweinchen und Vögel durch den Sommer

Nicht nur uns, sondern auch unseren tierischen Begleitern kann die Hitze zu schaffen machen. Für viele Tierarten, die im Gegensatz zu uns Menschen nicht schwitzen können, ist die Gefahr eines Hitzeschlages sehr gross. So ist es besonders wichtig, die Tiere immer mit genügend frischem Trinkwasser zu versorgen, damit sie ihre Körpertemperatur regulieren können und vor Austrocknung geschützt sind. Helfen Sie Ihren Kaninchen, Meerschweinchen und Vögeln durch die heissen Sommertage.

Kleintiere

  • In Käfigen oder Freigehegen gehaltene Kleintiere wie Meerschweinchen, Kaninchen und Vögel sind durch hohe Temperaturen besonders gefährdet.
  • Platzieren Sie das Gehege unbedingt an einem schattigen Platz ohne Durchzug, und berücksichtigen Sie dabei, dass sich der Sonnenstand im Tagesverlauf ändert.
  • Kontrollieren Sie regelmässig, ob noch genügend frisches Wasser vorhanden ist.
  • Für etwas kühlere Verhältnisse können kalte Steinplatten, eine gefrorene Wasserflasche oder ein feuchtes Handtuch über dem Gehege sorgen.
  • Vielen Vogelarten bringt eine kleine Badestelle Abkühlung. Das Wasser muss aber häufig gewechselt werden.

Kaninchen und Meerschweinchen sind hoch soziale Tiere. Etwa die Hälfte aller ihrer Verhaltensweisen sind soziale Interaktionen, die nur mit einem Artgenossen möglich sind. Eine Einzelhaltung ist Tierquälerei und ist in der Schweiz verboten. Kaninchen und Meerschweinchen können zu zweit oder in Gruppen gehalten werden.

Kaninchen und Meerschweinchen in Paarhaltung sollten mit ähnlich alten Tieren vergesellschaftet werden. Während im Zoofachhandel fast ausschliesslich Jungtiere abgegeben werden, finden sich in Tierheimen und spezialisierten Auffangstationen Kaninchen und Meerschweinchen unterschiedlicher Alterskategorien. Von den Tierpflegern erhalten Sie auch Auskunft über die Charaktereigenschaften ihres neuen Tieres. Viele Tierheime bieten an, die Vergesellschaftung im Tierheim durchzuführen und nehmen Tiere zurück, wenn die Vergesellschaftung nicht klappt.

Wer Kaninchen oder Meerschweinchen hält, muss auch alte Tiere nach dem Tod des Partnertieres mit einem geeigneten Artgenossen neu vergesellschaften. Wer plant, seine Tierhaltung aufzugeben, kann das verbleibende Einzeltier einem Tierheim zur weiteren Vermittlung übergeben.

Die Vergesellschaftung von Kaninchen ist nicht ganz einfach. Kaninchen sollten mit ungefähr gleichaltrigen Artgenossen vergesellschaftet werden. Auch die Charaktere sollten ähnlich sein. Von der Zusammenführung zweier charakterstarker, dominanter Individuen wird allerdings abgeraten. Die Tiere sollten auch eine ähnliche Grösse haben.

Die Zusammenführung findet in einem neutralen «Gehege» von ca. 4 Quadratmetern statt, das beide Tiere noch nicht kennen (z.B. Badezimmer, Waschküche, Extragehege etc.). Ist es zu eng, können sich die Tiere nicht zurückziehen und attackieren sich, ist es zu gross, kann es zur Revierbildung kommen. Einmal zusammengeführte Tieren dürfen nicht mehr getrennt werden, z.B. über Nacht.

Um die Vergesellschaftung zu erleichtern, kann man zuvor die Tiere abwechselnd streicheln und so geruchlich aneinander angleichen. Man kann sie auch mit etwas gebrauchter Einstreu des jeweils anderen Tieres einreiben.

Trauen Sie sich eine Vergesellschaftung nicht zu, fragen Sie im Tierheim um Rat. Die meisten Tierheime bieten an, die Vergesellschaftung im Tierheim durchzuführen. Die Internet-Plattform https://kaninchenwiese.de/ gibt zahlreiche gute Tipps, wie eine erfolgreiche Vergesellschaftung durchgeführt und Fehler vermieden werden.

Kaninchen oder Meerschweinchen können das ganze Jahr über draussen gehalten werden. Dafür ist ein grosszügiges, allseitig gut gegen Raubtiere gesichertes Aussengehege mit integriertem Stallbereich am besten geeignet. Der Stallbereich muss die gesetzlichen Mindestanforderungen für die Haltung der jeweiligen Tierart erfüllen. Art- und tiergerecht ist aber nur ein grosszügiger bemessener Stall, der über die Mindestanforderungen hinausgeht und in welchem die Tiere ihre Verhaltensweisen auch bei schlechtem Wetter ausleben können. Bei grosser Kälte muss der Stall beispielsweise mit Styropor oder Wolldecken isoliert werden. Zudem sollte die Einstreuschicht dick und trocken sein.

Für zwei mittelgrosse Kaninchen empfehlen wir eine Mindestgehegegrösse von 6 – 8 Quadratmetern. Das Gehege sollte für die Tiere abwechslungsreich und interessant eingerichtet sein (Versteck- und Rückzugsmöglichkeiten, Asthaufen, erhöhte Liegeflächen, verschiedene Futterplätze und Heuraufen, Wasserstelle, verschiedenartige Bodenbeschaffenheiten, Buddelkiste, Toilette etc.). Weil Kaninchen gerne graben, muss die Gehegebegrenzung auch unterirdisch gesichert sein. Bei der Wahl des Standortes muss der Sonnenverlauf berücksichtigt werden, damit die Tiere im Sommer nicht den ganzen Tag der prallen Sonne ausgesetzt sind. Auch Zugluft muss vermieden werden.

Von einer ausschliesslichen Aussenhaltung in kleinen Holzboxenställen wird aus Tierschutzsicht dringend abgeraten. Kaninchen und Meerschweinchen können sich darin nicht artgerecht verhalten und bewegen. Im Sommer können sie nicht in kühlere Klimazonen ausweichen und im Winter gibt es für die Tiere zu wenig Platz, um sich durch Bewegung warm zu halten.

Weil Meerschweinchen auf Grund ihrer Genetik nicht in der Lage sind, Vitamin C selber herzustellen, müssen sie es über die Nahrung aufnehmen. Meerschweinchen, die täglich Wiesenkräuter, frisches Gras, und verschiedene Gemüsesorten erhalten, kommen bei dieser Ernährungsweise problemlos auf die täglich benötigten 10 – 20 mg Vitamin C. Viel Frischfutter versorgt die Meerschweinchen zudem auch mit den beiden Vitaminen A und E. Wird das Gemüse lange gelagert oder sehr fein geschnitten, reduziert sich der Vitamin C-Gehalt (Oxidation).

Ein Vitamin C-Mangel tritt vor allem bei ausschliesslicher Fütterung mit Heu und Pellets auf. Er äussert sich durch verringerte Immunabwehr, Gelenk- und Muskelschmerzen und krustige Lippen. Peperoni, Broccoli, Grünkohlarten, Hagebutten, Zitronenmelisse und Petersilie enthalten viel Vitamin C und werden gerne angenommen. Bei Vitamin-C-Mangel wird der Kollagenstoffwechsel gestört. Die Folgen sind Muskel- und Gelenkschmerzen, Zahnfleischblutungen und auch Immunschwäche.

Die Zähne von Kaninchen und Nagetieren wachsen zeitlebens. Bei Kaninchen wachsen sie ca. 1,5 mm pro Woche und nutzen sich bei richtiger Ernährung um ebensoviele Millimeter ab. Um Zahnprobleme rechtzeitig zu erkennen ist es wichtig, die «normale» Nahrungsaufnahme des Tieres zu beobachten, so dass Unregelmässigkeiten sofort erkannt werden. Eine regelmässige Zahnkontrolle beim Tierarzt ist dennoch unerlässlich. Je besser das Tier an das Anfassen und den kurzen Blick ins Maul gewöhnt wird, desto stressfreier läuft die Kontrolle ab. Nicht nur die Schneidezähne, auch die Backenzähne können sich durch ungleichmässige Abnutzung oder Fehlstellungen krankhaft verändern («Brückenbildung»).

Nimmt ein Kaninchen oder Nager plötzlich keine Nahrung mehr auf, obwohl es Hunger hat, ist dies immer ein Notfall. Das Tier muss noch gleichentags einem Tierarzt vorgestellt werden.

Goldhamster sind Einzelgänger. Lediglich während der Paarungszeit kommen sie mit ihren Artgenossen zusammen. In der Heimtierhaltung bedeutet die ständige Anwesenheit eines Artgenossen für die Tiere Stress. Oft kommt es deshalb zu Beissereien. Goldhamster sollten daher alleine gehalten werden.

Zwerghamster sind friedfertiger als ihr grösserer Verwandter und werden schneller zahm. Der Dsungarische und der Campbell Zwerghamster sollten wie der Goldhamster lieber einzeln gehalten werden. Der Roborowski Zwerghamster kann einzeln oder zu mehreren gehalten werden. Um eine unkontrollierte Vermehrung zu verhindern, sollten alle Tiere das gleiche Geschlecht haben. Eine Kastration der Tiere ist aufgrund ihrer kleinen Grösse nicht möglich.

Ist es bei einer Mäuse- oder Rattenhaltung widererwarten zu einer Vermehrung gekommen, müssen sofort alle männlichen Tiere von den Weibchen getrennt und in einem separaten Terrarium untergebracht werden. Sind Sie bei der Erkennung der Geschlechter unsicher, ziehen Sie eine Fachperson bei (z.B. Tierarzt).

Mäuseweibchen können 24 Stunden nach der Niederkunft wieder gedeckt und erneut trächtig werden. Bitte beachten Sie auch, dass junge Mäuse nach dem Abstillen im Alter von 3 – 4 Wochen geschlechtsreif werden und ab dann erfolgreich decken oder trächtig werden können! Junge Männchen müssen also spätestens beim Abstillen von der Mutter und den Schwestern getrennt werden. Eine weibliche Maus kann alle 3 – 4 Wochen bis zu 12 Jungtiere aufziehen (100 bis 150 Junge pro Jahr). Ratten erreichen ihre Geschlechtsreife mit 4 bis 5 Wochen und können ebenfalls alle 3 – 4 Wochen bis zu 12 Jungtiere aufziehen.

Weil es bei einem raschen Anstieg des Tierbestandes im Terrarium eng wird, treten aggressive Verhaltensweisen wie z. B. gegenseitiges Beissen vermehrt auf. Das rasche Platzieren der Jungtiere an einen neuen, guten Ort hat oberste Priorität, damit wieder Ruhe einkehrt. Eine Übergabe an ein Tierheim zur Weitervermittlung ist möglich.

Die Gründe für häufige Rangeleien innerhalb der Gruppe können unterschiedlich sein. Möglicherweise ist die Unterkunft für die darin gehaltene Anzahl Tiere zu klein (zu wenig Rückzugsmöglichkeiten und Komfortplätze für alle Tiere) oder sie ist zu wenig anregend eingerichtet.

Bei Renn- und Zwergmäusen kommt es manchmal vor, das bis anhin verträgliche Tiere plötzlich unverträglich werden und deshalb sofort getrennt werden müssen.

Nachwuchs aller Arten muss aus dem Terrarium entfernt werden, wenn die Alttiere beginnen, die Jungen mit Beissen aus ihrem Territorium zu vertreiben. Wird ein einzelnes Tier von der Gruppe gemobbt, muss es zu seinem Schutz ebenfalls entfernt und an einen neuen Platz vermittelt werden.

Igel

Dem heimischen europäischen Braunbrustigel geht es schlecht; verschiedene Studien zeigen, dass die Populationszahlen deutlich zurückgehen. Die bewilligten Igelstationen sind praktisch ganzjährig mit kranken, untergewichtigen und verletzten Tieren gefüllt.

Der Igel ist in der Schweiz ein durch das Naturschutzrecht geschütztes Wildtier. Neu wird er in der Schweiz und international auch auf der roten Liste der gefährdeten Tierarten geführt.

Igel dürfen nur von Personen mit einer entsprechenden Bewilligung gepflegt werden. Der Bund erlaubt die temporäre Pflege in bewilligten Einrichtungen, welche von Personen mit entsprechender Sachkunde betrieben werden. Für die Igelpflege in bewilligten Einrichtungen gelten auch tierschutz- und arzneimittelrechtliche Vorgaben. Die behördlich zugelassenen Pflegestationen in der Schweiz sind rechtlich verpflichtet, mit fachkundigen Tierärzten zusammenzuarbeiten und mit ihnen eine vertragliche Tierarzneimittelvereinbarung abzuschliessen. Das oberste Ziel der Igelpflege ist immer die schnelle Wiederauswilderung.

Igel sind nachtaktive, standorttreue Insektenfresser. Sie leben als sogenannte Kulturfolger in der Nähe des Menschen. Der frühere ländliche strukturierte Lebensraum ist durch die Industrialisierung und strukturarme Monokultur für Igel praktisch nicht mehr nutzbar. Igel sind keine Waldtiere. Ihre Hauptnahrung sollte aus Käfern, Raupen und Insekten bestehen. In einer gesunden Ernährung sollten Schnecken und Regenwürmer nur einen sehr kleinen Anteil ausmachen, da sie Zwischenwirte für Parasiten sind, die den Igel krank machen. Tagsüber sollte ein Igel nicht aktiv sein, ist er es trotzdem, zwingt ihn meist ein lebensbedrohliches Problem dazu.

Igel sind Weitwanderer. Auf ihrer nächtlichen Futtersuche legen Igel regelmässig grosse Strecken zurück. Drei Kilometer pro Nacht sind keine Seltenheit. Ein igelfreundlicher Garten reicht nicht. Dafür müssen Gärten für Igel durchlässig sein, ein Durchschlupf von 12×12 cm reicht aus.

Igel schlafen tagsüber in Nestern. Es ist für Igel schwierig, sichere Orte mit geeignetem Material zu finden. Es gibt Wurfnester, Winterschlafnester oder einfache Sommerschlafnester, die gewechselt werden. Typische Orte für Igelnester sind Hecken, Gebüsche, zwischen Wurzeln und Reisig, aber auch unter Gartenplanen oder in Laubsäcken.

Igel verbringen ihr Leben mit Innen- und Aussenparasiten. Wenn das Immunsystem funktioniert, ist dies kein Problem. Wenn der Igel aber durch Fehl- und Mangelernährung geschwächt ist, kommt es zu explosionsartiger Vermehrung von Parasiten. Igelflöhe sind wirtspezifisch, das heisst, sie brauchen den Igel, um zu überleben. Katzen oder Hunde sind sogenannte Fehlwirte für Igelflöhe.

Igel sind Einzelgänger. Nur im Frühling treffen sich Igel, um sich zu paaren, ansonsten leben sie alleine. Die Lebenserwartung von Igeln liegt zurzeit bei etwa 2 – 3 Jahren, unter guten Bedingungen könnten Igel aber 7 Jahre und älter werden.
Igel sind standorttreu und dürfen nicht ohne triftigen Grund an einem unbekannten Ort ausgewildert werden. Ist dies aber unumgänglich, muss der Igel über ca. 5 – 7 Tage in einem Gehege an einen geeigneten, neuen Ort gewöhnt werden.

Im Frühsommer und eventuell zusätzlich im Spätsommer wirft das Igelweibchen nach einer Tragzeit von ca. 35 Tagen 5 – 7 Junge. Bei der Geburt wiegen die Jungen ca. 20 g und haben wenige, in die Haut eingebettete Stacheln. Die Mutter säugt ihre Jungen bis zu sechs Wochen, dann machen sich die Jungtiere auf den Weg in die Selbständigkeit. Im Alter von drei bis vier Wochen gehen sie bereits nachts mit der Mutter auf Wanderschaft, kehren dann aber wieder in das gemeinsame Nest zurück. Igel lernen nicht von der Mutter, was sie fressen können, sie lernen durch Ausprobieren.
Igel sind gute Kletterer und können auch kurze Strecken schwimmen.

Zwischen März und April geht der Winterschlaf zu Ende, und die ersten Igel sind unterwegs. Teilweise werden die Schlafnester noch bis in den Mai genutzt. Viele Tiere sind noch geschwächt vom Winterschlaf und mager, sie haben bis zu 40 % ihres Herbstgewichtes verloren. Kleine Igel, welche im Mai/Juni entdeckt werden, sind Jungigel aus dem letzten Jahr.

Nach dem Winterschlaf kann ein vorübergehendes Füttern von geschwächten Igeln hilfreich sein. (Siehe auch «Vorübergehende Fütterung von Igeln»)

Frühlingszeit ist Paarungszeit. Die im Frühling erwachten Tiere gehen auf Partnersuche, die Paarung erfolgt bei Igeln mit viel Geräuschen wie Keckern, Schnauben und Fauchen.

Im Frühling werden Gärten aufgeräumt, dabei wird geschnitten, gerecht und gehackt. Somit kann es zu Störungen von noch schlafenden Igeln kommen oder sogar zu Verletzungen durch Gartengeräte. Wenn Igel aufgescheucht und Nester zerstört werden, sollte man ihnen eine alternative Unterkunft anbieten. Fertige Igelhäuschen sind im Handel erhältlich. Damit sie auch gegebenenfalls für den Winterschlaf geeignet sind, sollten sie mindestens 30x30x30 cm gross sein.

Im Frühsommer und eventuell zusätzlich im Spätsommer wirft das Igelweibchen nach einer Tragzeit von ca. 35 Tagen 5 – 7 Junge. Bei der Geburt wiegen die Jungen ca. 20 g und haben nur wenige, in die Haut eingebettete Stacheln. Die Mutter säugt die Jungen bis zu sechs Wochen, dann machen sich die Jungtiere auf den Weg in die Selbständigkeit. Im Alter von drei bis vier Wochen gehen sie bereits nachts mit der Mutter auf Wanderschaft, kehren dann aber wieder in das gemeinsame Nest zurück. Igel lernen nicht von der Mutter, was sie fressen können, sie lernen durch Ausprobieren.

Igelmütter verlassen die ersten 14 Tage die Wurfnester kaum, danach ist es möglich, dass sie mal ausserhalb des Nestes schlafen. Ein mutterloses Nest ist nicht unbedingt aufgegeben. Wenn ein Nest mit vitalen Igelbabies ohne Mutter gesichtet wird, sollte dies zunächst nicht berührt werden. Die Umgebung sollte beobachtet und vorsichtig erkundet werden. Falls die Mutter nicht innerhalb von 2 Stunden erscheint, ist wahrscheinlich Hilfe nötig. Dazu sollte eine Igelfachstelle telefonisch um Rat gefragt werden.

Igelbabies unter 100 g, pfeifende Jungtiere oder Igel mit Fliegenbefall, welche ausserhalb des Nestes gefunden werden, benötigen sofortige Hilfe. Kontaktieren Sie dazu umgehend eine Igelfachstelle.
Tiere unter 60 g können sich noch nicht alleine versäubern, sie brauchen «Toiletting». Bei Jungigeln unter 250 g muss nach Geschwistern Ausschau gehalten werden. Erst ab 300 g sind Jungigel alleine unterwegs.

Bei hohen Aussentemperaturen stellen Sie den Igeln immer ein flaches Schälchen mit frischem Wasser zur Verfügung.

Diese Jahreszeit bedeutet für den Igel Endspurt bei der Wintervorbereitung. Es muss genug Speck angefressen werden, um die Wintermonate im Winterschlaf zu überstehen. Gleichzeitig muss ein geschützter Ort gesucht und das Winterschlafnest gebaut werden.

Im Herbst kann der aufmerksame Tierfreund auf Igel achten, die noch zu klein und zu leicht sind für den Eintritt in den Winterschlaf. In den letzten Jahren wird es immer deutlicher, dass es viele im Herbst geborene Igel gibt, welche zu leicht sind und ein geschwächtes Immunsystem kombiniert mit einem hohen Parasitenbefall aufweisen. Dies ist die Folge von Insektenmangel und Fehlernährung mit Schnecken und Regenwürmern.
Finden Sie einen solchen Igel oder haben Sie Zweifel, zögern Sie nicht, sichern Sie ihn mit einem Tuch oder Handschuhen und wiegen Sie ihn. Dann setzen Sie ihn in eine Kiste mit mindestens 30 cm Wandhöhe. Igel, welche im November/Dezember noch keine 600 g wiegen, sollten in Absprache mit einer Pflegestation kontrolliert und behandelt werden, bis sie ihr Winterschlafgewicht erreicht haben. In der kalten Jahreszeit ist es wichtig, geschwächte und kranke Igel zunächst langsam aufzuwärmen, bevor man ihnen geeignetes Futter anbietet. Wasser darf sofort zur Verfügung gestellt werden.

Bei Fragen holen Sie sich bitte Hilfe bei folgenden Igelexperten, welche telefonisch erreichbar sind und gerne Auskunft geben:
Das Tierheim an der Birs erreichen Sie unter der Nummer 061 378 78 78, Auswahl 3, zwischen Montag und Donnerstag von 08.00  – 12.00 Uhr und 13.30  – 16.00 Uhr. Allgemeine Fragen zu Igeln, die keinen Notfall betreffen, werden Ihnen auch gerne per Mail beantwortet: tierschutz@tbb.ch.

Die Notfallnummer von Pro Igel ist unter 0800 070 080 von 16.00 – 20.00 Uhr erreichbar. Unter www.igelzentrum.ch oder www.proigel.ch finden Sie zusätzlich eine Liste bewilligter Pflegestationen mit entsprechenden Telefonnummern.

Igel müssen für einen gesunden Stoffwechsel jedes Jahr Winterschlaf halten. Dazu muss der Igel im Aussenbereich verbleiben. Der Eintritt in den Winterschlaf wird durch verschiedene Faktoren ausgelöst: kürzere Tage, weniger Futter, konstant niedrige Bodentemperaturen (ab 6 – 8 Grad Celsius).
Der Stoffwechsel wird stark reduziert und alle Körperfunktionen werden heruntergefahren. Die Männchen gehen ab Oktober zuerst in der Winterschlaf, die Weibchen etwas später. Früher sagte man, das Mindestgewicht sollte dafür 500 g betragen, inzwischen sind Igelexperten der Meinung, dass mindestens 600 g eine bessere Aussicht auf Überleben garantiert.

Kein Igel schläft 4 – 5 Monate durch. Igel wachen zwischendurch auf und leeren Blase und Darm. Aufwachen verbraucht kostbare Energie. Wenn Igel stark verwurmt sind, kommen sie nicht zur Ruhe. Igel, die mehrere Tage wach sind, sollten einer Pflegestation vorgestellt werden. Falls die Igel mit Medikamenten behandelt werden müssen, müssen je nach Medikament mindestens 10 Tage vergehen, bevor diese verstoffwechselt sind und der Igel wieder schlafen gehen kann. In der Zeit des Winterschlafes verlieren Igel bis zu 40 % ihres Körpergewichtes.

Im Frühjahr ab März/April, wenn die Bodentemperaturen konstant im zweistelligen Bereich sind, erwachen die Männchen etwas früher als die Weibchen.
Tiere, die aus dem Winterschlaf erwachen, sind sehr durstig, daher bitte Wasser anbieten.

Zögern Sie nicht, wenn Sie einen Igel finden, welcher

  •  tagaktiv ist,
  •  nicht reagiert,
  •  ungeschützt auf einer freien Fläche liegt oder
  •  offensichtlich krank oder verletzt ist.

Sichern Sie ihn mit einem Tuch oder Handschuhen in einer Kiste mit mindestens 30 cm Wandhöhe und holen Sie sich Hilfe bei folgenden Igelexperten, welche telefonisch erreichbar sind und gerne Auskunft geben:

Das Tierheim an der Birs erreichen Sie unter der Nummer 061 378 78 78 von Montag und Samstag zwischen 08.00 – 12.00 Uhr und 13.30 – 16.00 Uhr. Allgemeine Fragen zu Igeln, die keinen Notfall betreffen, werden Ihnen auch gerne per Mail beantwortet:  tierschutz@tbb.ch.

Die Notfallnummer von Pro Igel ist unter 0800 070 080 von 16.00 – 20.00 Uhr erreichbar. Unter www.igelzentrum.ch oder www.proigel.ch finden Sie zusätzlich eine Liste bewilligter Pflegestationen mit entsprechenden Telefonnummern.

Finder von Igeln sollten den oben genannten Stellen folgende Informationen mitteilen:

  • Wann gefunden
  • Wo gefunden
  • Wie gefunden (voller Fliegen, humpelnd, verletzt, eingeklemmt, eingesperrt, aus dem Pool gefischt…)
  • Grösse (geschätzt: tennisballgross, handballgross,…)
  • Gewicht
  • Verhalten (rollt sich ein, nur auf der Seite liegend, bewegt sich: rasch, schleppend, hinkend…

Ist der Igel offensichtlich schwer verletzt, bringen Sie ihn bitte direkt zu einem Tierarzt.

Finden Sie einen toten Igel im Sommer, versuchen sie zu klären, ob es sich um ein Weibchen handelt. Es könnte sein, dass sich noch verwaiste Igelbabys in der Nähe befinden. (Männchen haben in der Mitte des Unterbauches das Geschlechtsteil, Weibchen nicht).

Tote Igel können der Polizei gemeldet oder in eine Kadaversammelstelle der Gemeinde gebracht werden.

Der Igel hat nur wenige natürliche Feinde. Die grössten Probleme für ihn entstehen durch uns Menschen: Strassen, Mauern, elektrische Weidezäune, Mähroboter und Fadenmäher. Auch Schächte und Swimmingpools ohne Ausstiegshilfe und vor allem auch der Verlust von strukturreichen, naturbelassenen Flächen mit genügend grossem Futterangebot machen dem Igel das Leben schwer.

Diese Probleme sind typisch für aufgefundene Igel und müssen immer mit Medikamenten behandelt werden:

  • Sturz ins Schwimmbad mit unklarer Länge des Aufenthaltes im Wasser
  • Sturz in Kellerschacht mit unklarer Aufenthaltszeit im Schacht
  • Gefunden an der Strasse, vermutlich angefahren
  • Verletzungen
  • Igel mit deutlicher Lahmheit
  • Igel verheddert im Elektrozaun
  • Geruch nach Verwesung
  • Fliegen schwirren um den Igel, offensichtlicher Befall mit Fliegenmaden

Bitte an Autofahrer: Wenn Sie einen Igel an einer Strasse sichten, welcher augenscheinlich zum Überqueren der Strasse ansetzt, tragen Sie ihn unter Berücksichtigung der eigenen Sicherheit in seiner Laufrichtung über die Strasse, und setzen Sie ihn zwei bis drei Meter vom Strassenrand entfernt vorsichtig ab. Verwenden Sie dazu Handschuhe oder ein Tuch.

Die natürliche Nahrung des Igels wird immer seltener, der Igel ist gezwungen sich von immer minderwertigerer Nahrung wie Regenwürmern und Schnecken zu ernähren. In bestimmten Situationen kann es hilfreich sein, dem Igel kurzfristig ein Ersatzfutter anzubieten. Solche Situationen sind beispielsweise:

  • vor dem Winterschlaf, wo es besonders den spät geborenen Herbstigeln schwer fällt, mit den wenigen Insekten das notwendige Gewicht von mindestens 600 g zu erreichen.
  • nach dem Winterschlaf, wenn es noch nicht genügend Insekten gibt, um die 20 – 40 % Gewichtsverlust nach dem Winterschlaf auszugleichen.
  • Igelweibchen, welche in der Säugephase einen hohen Energiebedarf haben, welcher nicht mit den wenigen Insekten gedeckt werden kann.

Immer wenn Igel vorübergehend gefüttert werden, gelten folgende Regeln:
Als Insektenfresser benötigen Igel maximal «proteinreiches» Futter (Insekten sind fast pures Protein). Daraus resultiert die Anforderung an den hohen Fleischanteil des gewählten Futters, denn dies garantiert einen hohen Proteingehalt. Für die vorübergehende Fütterung eignen sich deshalb am ehesten schlotziges, ungewürztes Rührei und Katzen- oder Hundenassfutter.

Folgende Basis-Kriterien sind dafür entscheidend, ob ein Katzen- oder Hunde-Nassfutter generell für Igel geeignet ist:

  • zuckerfrei
  • getreidefrei
  • hoher Fleischanteil (mind. 60 %)
  • der Proteingehalt sollte mindestens 10 %, der Fettgehalt mind. 5 % betragen
  • Sauce und Gelee können zu Durchfall und Bauchschmerzen führen, daher sind nur Paté-Futtersorten geeignet, ansonsten muss das Gelee oder die Sauce abgewaschen werden.
  • Sonstige Zutaten wie Nüsse, Beeren etc. können von Igeln nicht verdaut werden
  • Mehlwürmer nur sehr wenig

Von den allermeisten sogenannten Igelfuttern raten wir ab, da sie Nüsse, Früchte oder Gemüse enthalten, welche nicht vertragen werden.

Igel vertragen keine Laktose, daher dürfen sie keine Milchprodukte fressen oder trinken.

Aus hygienischen Gründen muss die Fütterung so erfolgen, dass keine neuen Igel angelockt werden und andere Tiere wie Marder, Fuchs und Katze keinen Zugang zum Futter haben. Im Handel gibt es entsprechende Futterhäuschen mit aufklappbarem Dach, Labyrintheingang und Klappe. Wir empfehlen ein Haus mit Boden und zwei Eingängen, in welchem ausgelegte Zeitung täglich gewechselt wird.

In Gärten mit viel Struktur, möglichst mit Hecken und Sträuchern, einem Komposthaufen, der auch von unten zugänglich ist, findet ein Igel Rückzug und Nahrung. Bitte achten Sie auf die Durchlässigkeit zu anderen Arealen: ein Durchschlupf von 12×12 cm reicht für Igel jeder Grösse.

Wer «unaufgeräumte» Ecken im Garten belässt, hilft der Biodiversität und somit auch dem Igel. Sterile, aufgeräumte Gärten mit exotischen Pflanzen fördern das Insektensterben. Mit heimischen Pflanzen liefert man Nahrung für wichtige Insekten. Ausser dem Igel sind auch andere Insektenfresser wie Schwalben und Fledermäuse dankbare Abnehmer.

Gefahrenstellen müssen für Igel gesichert werden:

  • Steile Schächte und Teiche oder Schwimmbecken mit Ausstiegshilfen versehen.
  • Keine Netze oder Schnüre herumliegen lassen.
  • Keine Gifte oder Dünger verwenden.
  • Mähroboter nur wenn nötig fahren lassen, erst 2 h nach Sonnenaufgang und bis spätestens 2 h vor Sonnenuntergang.
  • Mit allen Mähgeräten vorsichtig arbeiten, Gebüsche oder Hecken und tiefes Gras vorher vorsichtig mit einem groben Rechen absuchen.

Reptilien

Eine artgerechte Haltung und Ernährung von mediterranen Landschildkröten ist sehr zeitintensiv und anspruchsvoll. Die bestmögliche und natürlichste Ernährung bilden frische oder getrocknete Kräuter aus naturbelassenen Wiesen wie Löwenzahn, alle Distelarten, Spitzwegerich, Breitwegerich, Taubnesseln, Kapuzinerkresse, Klee, Brombeerblätter, Vogelmiere, Schafgarbe. Verwendung findet die ganze oberirdische Pflanze inkl. Blüten, Stängel und Samen.

Das Frischfutter kann mit gehäckseltem Heu oder Heucops vermischt werden. Als natürliche Kalziumspender können Sepiaschalen, Schneckenhäuschen oder ausgekochte Knochen angeboten werden. Das UV-B des direkten Sonnenlichtes ist für die Bildung des Vitamin D3 nötig. Ohne dieses kann das mit dem Futter aufgenommenen Kalzium nicht in den Knochen eingebaut werden.

Jungtiere und Adulte werden auf gleiche Weise gefüttert; die Futtermenge wird entsprechend angepasst. Frühzeitiges Ableben oder Fehlentwicklungen von Panzern haben ihre Ursache fast immer in einer jahrelangen, falschen Ernährung mit Salaten, Obst, Gemüse oder sogar Fleisch. Obst und Gemüse verursachen Verdauungsstörungen und sollten nicht oder nur äusserst sparsam verwendet werden, auch wenn sie von den Tieren gern angenommen werden. Auf das Verfüttern von Salaten sollte ebenfalls verzichtet werden. Künstliche Vitamine sind nicht nötig und können sogar schaden.

Die benötigte Futtermenge ist im Frühling höher als in den Sommermonaten. Mehrere Futterportionen werden über denTag verteilt angeboten. Im Frühling werden eher frische Jungpflanzen verfüttert und im Sommer eher ausgereifte und getrocknete.

Eine artgerechte Haltung von mediterranen Landschildkröten kann aus Sicht des Tierwohls nur in einem grosszügig bemessenen Aussengehege mit verschiedenen Klimazonen, einem Frühbeetkasten mit Wärmelampe und Überwinterungsgrube erfolgen. Nur wer keinen technischen Aufwand scheut und sein Schildkrötengehege ausreichend mit Lampen geeigneter Qualität ausstattet, kann Landschildkröten auch in einem Innengehege artgerecht halten. Die Beleuchtungsstärke und der UV-Gehalt der Lampen müssen regelmässig mit dazu geeigneten Messgeräten überprüft werden. Auch die Jahreszeiten müssen künstlich simuliert und die Winterruhe mit Licht- und Temperaturreduktion eingeleitet werden.

Innenhaltungen sollten nur von spezialisierten Institutionen wie beispielsweise Zoologischen Gärten betrieben werden. Von einer reinen Innenhaltung raten wir deshalb ab.

Mediterrane Landschildkröten können in unseren Breitengraden ohne Unterstützung durch einen Frühbeetkasten mit Überwinterungsgrube nicht artgerecht gehalten werden. Das Wetter ist zu kalt, zu niederschlagsreich und die Sonnenscheindauer ist zu kurz, verglichen mit den klimatischen Bedingungen im Herkunftsgebiet der Tiere. Lehmige Böden, die sich mit Wasser vollsaugen entziehen den Tieren an nasskalten Tagen zusätzlich Wärme.

Der Treibhauseffekt wirkt bereits bei geringem Sonnenschein, so dass der Frühbeetkasten jederzeit ein warmer und trockener Rückzugsort ist, in welchem gerne auch übernachtet wird. Eine darin angebrachte Wärmelampe hilft, Schlechtwetterperioden besser zu überbrücken. In die mäusesicher eingerichtete Überwinterungsgrube, die sich unter dem Frühbeetkasten befindet, können sich die Tiere für die Winterruhe eingraben. Dabei können sie den optimalen Zeitpunkt für den Beginn und das Ende der Winterruhe selber wählen.

Die Tierschutzverordnung schreibt für alle europäische Landschildkröten und für gewisse Arten der Sumpfschildkröten eine Winterruhe vor: «Die klimatischen Bedingungen über das Jahr hindurch müssen so gewählt werden, dass eine Winter- oder Kältestarre oder eine Trockenruhe für alle Altersklassen erfolgen kann».

Für die Gesundheit der Schildkröten ist eine solche Ruhephase unbedingt erforderlich; sie darf nicht ausgesetzt werden. Auch in Terrarien gehaltenen Schildkröten muss die Möglichkeit zur Winterruhe gewährleistet werden.

Für Schildkröten empfiehlt sich eine Entwurmung im August, damit die Tiere die Winterruhe parasitenfrei antreten können. Kranke Tiere sollten hingegen erst überwintert werden, wenn die Behandlung abgeschlossen ist und die Medikamente im Körper vollständig abgebaut worden sind.

Das Überwintern im Aussengehege in einer mit Kaninchendraht gegen Mäuse gesicherten Überwinterungsgrube unter einem Frühbeetkasten ist stets zu bevorzugen, da die Tiere so den besten Zeitpunkt für die Winterruhe selber wählen können und die Umweltbedingungen in der Grube stabil sind.

Die Überwinterung im Kühlschrank oder ausserhalb des Geheges (Lichtschacht, Holzkiste, Kühlschrank) ist grundsätzlich aufwändiger und erfordert eine regelmässige Kontrolle der klimatischen Bedingungen wie Temperatur und Feuchtigkeit. Von der Kühlschrankmethode ist abzuraten, da das Surren des Kompressors und das regelmässige Öffnen (Temperaturschwankung) eine Störung bedeuten.

Auch vor einem «wilden» Überwintern im Garten ohne Überwinterungsgrube ist abzuraten. Der Boden ist in unseren Breitengraden schwer und nass und erwärmt sich in den tieferen Schichten im Frühling nur langsam. Ungeschützt können Schildkröten während der Winterruhe zudem von Mäusen oder Ratten angefressen oder von Raubtieren ausgegraben werden.

Niemals dürfen Schildkröten vor dem Einwintern ins warme Haus genommen werden! Sie geraten sonst in einen Dämmerzustand bei hoher Körpertemperatur und ohne Nahrungsaufnahme, der tödlich enden kann.

Aus älterer Literatur stammt der Hinweis, dass die Schildkröten vor dem Einwintern gebadet werden sollen, damit sie ihren Darm entleeren. Das Baden bedeutet für die Schildkröte eine Stresssituation. Die Entleerung des Darmes erfolgt durch die abnehmende Futtermenge im Herbst und nicht durch unnatürliche, vom Menschen erzwungene Wasserbäder. Für die Darmflora ist es wichtig, dass auch in der Winterruhe ein wenig Nahrung im Verdauungssystem verbleibt. Wenn überhaupt, baden und entleeren sich Reptilien aus eigenem Antrieb kurz nach dem Erwachen aus der Winterruhe, und nicht im Herbst. Vom Baden raten wir deshalb ab.

Dachterrassen und Balkone, die nicht als Schildkrötengehege mit verschiedenen Klimazonen und unterschiedlichen Bodenbeschaffenheiten eingerichtet sind, eignen sich nicht zur Schildkrötenhaltung. Balkone sind meist zu klein, um darin ein artgerechtes Gehege von mindestens 10 Quadratmetern einzurichten. Eine dauerhafte Haltung auf Betonböden ist zudem weder artgerecht, noch erlaubt. Mindestens ein Teil des Gehegeuntergrundes muss mit grabbarem Substrat versehen sein.

Im Herkunfts- und Verbreitungsgebiet mediterraner Landschildkröten kann es im Sommer sehr heiss werden. Die Tiere suchen dann Schutz unter dichtem Gestrüpp oder graben sich nötigenfalls in den Boden ein. Auf einem voll besonnten Balkon oder Flachdach gibt es keine solchen Rückzugsmöglichkeiten, so dass die Tiere schlimmstenfalls einen Hitzschlag erleiden. Balkone und Dachterrassen eignen sich deshalb nur in seltenen Fällen für die Haltung von Landschildkröten.

Im Herkunfts- und Verbreitungsgebiet mediterraner Landschildkröten kann es im Sommer sehr heiss werden. Die Tiere suchen dann Schutz unter dichtem Gestrüpp oder graben sich nötigenfalls in den Boden ein. Auf einem voll besonnten Balkon oder Flachdach, oder in einer überhitzten Wohnung (Treibhauseffekt hinter der Glasscheibe) gibt es keine solchen Rückzugsmöglichkeiten, so dass die Tiere einen Hitzschlag erleiden können. Anzeichen für Überhitzung sind Unruhe, Schaumbildung am Maul, Erbrechen, Krämpfe oder Benommenheit. Wird das Tier nicht umgehend in eine kühlere Umgebung gebracht, stirbt es. Mit handwarmem Wasser kann es gekühlt werden.

Vorsicht ist auch bei verschlossenen Frühbeetkästen geboten: scheint die Sonne darauf und die Tiere können weder raus, noch sich vergraben, überhitzen sie.

Mit der Ablage der Eier in die Erde ist für die Schildkröte die Fortpflanzung erledigt. Das Ausbrüten erledigt die Sonne. Die Jungen sind ab Schlupf völlig auf sich alleine gestellt und selbständig. Eine Beschäftigung durch die Jungenaufzucht, wie wir es von Säugetieren kennen, findet bei Schildkröten nicht statt. Eier können also ohne schlechtes Gewissen aus der Ablagegrube entfernt werden. Bereits angebrütete Eier können an einen kühleren Ort gebracht werden, so dass sich die Embryonen darin nicht weiter entwickeln.

Vom Ausbrüten der Eier (natürlich oder im Brutkasten) raten wir dringend ab. Der Heimtiermarkt für Landschildkröten ist mehr als gesättigt und die landesweiten Auffangstationen haben ihre Kapazitätsgrenzen längst erreicht. Eine artgerechte Aufzucht von sich gesund entwickelnden mediterranen Landschildkröten ist sehr anspruchsvoll und das Finden neuer Halter sehr schwierig. Oftmals werden solche Hobbynachzuchten nach ein paar Jahren von den neuen Haltern in Auffangstationen abgegeben oder in der Natur ausgesetzt. Viele sterben aber schon vorher an den Folgen falscher Ernährung und Haltung.

Damit keine Jungtiere schlüpfen, sollten die Eiablageplätze regelmässig kontrolliert und die Eier entnommen werden. Weibliche Schildkröten können auch noch ein paar Jahre nach der letzten Paarung befruchtete Eier ablegen.

Sind trotz aller Massnahmen Junge geschlüpft, müssen diese ausreichend gegen Fressfeinde (z.B. Krähen, Marder, Füchse etc.) geschützt werden. Schlüpflinge sollten nur an erfahrene Tierhalter mit artgerechtem Aussengehege abgegeben werden.

Für Abgabetiere kann die SIGS (Schildkröten-Interessengemeinschaft Schweiz) via online-Formular kontaktiert werden. Verschiedene Reptilien-Auffangstationen nehmen ebenfalls Schildkröten entgegen. Schildkrötenhalter können ihre Tiere auch direkt auf Online-Verkaufsplattformen an Privatpersonen mit der nötigen Sachkunde vermitteln. Ein vorheriger Besuch bei den neuen Haltern ist in jedem Fall zu empfehlen.

Die meisten Reptilien, die in der Heimtierhaltung gehalten werden, leben einzelgängerisch und suchen nur zur Paarungszeit den Kontakt zu Artgenossen. Nur in sehr grossen Gehegen mit ausreichend blickdichten Verstecken kann eine Paar- oder Gruppenhaltung gelingen. Für einzeln lebende, territoriale Tiere, stellt eine Gruppenhaltung eine erhebliche Stressbelastung und keineswegs eine Bereicherung dar.

Tag- und nachtaktive Arten sowie Arten mit unterschiedlichen klimatischen Bedürfnissen sollten nicht im selben Terrarium gehalten werden. Bei gleichartigen Tieren muss das Geschlechterverhältnis beachtet werden. Am ehesten lassen sich Landschildkröten in Gruppen halten. Um Nachwuchs und ständige Bedrängung der Weibchen durch paarungswillige Männchen, sollte besser nur ein Geschlecht gehalten werden.

Chamäleons und andere Reptilien, die aus freier Wildbahn stammen, sollten immer einzeln gehalten werden, da ihre Stresstoleranz betreffend Artgenossen sehr tief ist.

Das Schweizerische Tierschutzgesetz verbietet das Verfüttern lebender Wirbeltiere ausdrücklich. Wer sich nicht daran hält, macht sich strafbar. Nur in Ausnahmefällen, z.B. wenn das Reptil ausgewildert werden soll (z.B. bei Artenschutzprogrammen), kann das Kantonale Veterinäramt eine Ausnahmebewilligung für eine Lebendfütterung ausstellen.

Für Würmer, Käfer, Fliegen, Heuschrecken und Grillen gilt das Verbot nicht, da sie keine Wirbeltiere sind und der Umgang mit ihnen gesetzlich nicht geregelt ist.

Die Haltung von Giftschlangen ist bewilligungspflichtig. Wer eine Giftschlange halten möchte, benötigt dafür vor deren Anschaffung eine Haltebewilligung des kantonalen Veterinäramtes. Bewilligungspflichtig sind alle Schlangen, die über einen Giftapparat verfügen und das Gift einsetzen können. Davon nicht betroffen sind die vom BLV in der Wildtierverordnung festgelegten, ungefährlichen Giftschlangen (Art. 89 Bst. h TSchV).

Wer eine Haltebewilligung für eine Giftschlange beantragen möchte, muss zuerst einen Sachkundenachweis (SKN) erwerben. Dieser kann in Form eines vom Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) anerkannten Kurses oder eines mindestens dreiwöchigen Praktikums absolviert werden. Die Adressen der Kursanbieter sind auf der Website des BLV (Tiere > Heim- und Wildtierhaltung > weitere Informationen > gewerbsmässiger Umgang mit Heimtieren) gelistet. Der SKN ist zusammen mit dem vollständig ausgefüllten und unterschriebenen «Bewilligungsgesuch für das Halten von Wildtieren» beim Veterinäramt einzureichen. Das Formular ist auf der Website des Veterinäramts hinterlegt.

Damit Darmparasiten Ihr Tier nicht schwächen oder krank machen, sollten regelmässig Kotproben genommen und von einem auf Reptilien spezialisierten Tierarzt untersucht werden. Falls nötig, muss entwurmt werden.

Eine artgerechte Ernährung und Haltung, sowie eine gute Terrarienhygiene sind Voraussetzung für eine gute Gesundheit bei Reptilien aller Art. Das tägliche Entfernen des Kotes verhindert eine Reinfektion durch ausgeschiedene Parasiteneier.

Für Schildkröten empfiehlt sich eine Entwurmung im August, damit die Tiere die Winterruhe parasitenfrei antreten können.

Wildtiere

Spiegelnde Flächen werden von Vögeln oft nicht als Hindernis wahrgenommen, so dass es immer wieder zu Kollisionen mit mehr oder weniger schlimmen Folgen für den Vogel kommt.

Zeigt der Vogel offensichtliche Verletzungen wie Knochen- oder Schnabelbrüche, Augenverletzungen oder Platzwunden, sollte er umgehend einem Tierarzt vorgestellt werden. Ist er äusserlich unversehrt und einfach nur benommen, kann man selber Erste Hilfe leisten. Der Vogel hat vermutlich eine Gehirnerschütterung erlitten und muss deshalb rasch von Reizen wie Lärm und Licht abgeschirmt werden. Dazu legen Sie das gefundene Tier in eine mit Haushaltspapier ausgepolsterte Kartonschachtel, in deren Deckel Schlitze oder kleine Löcher für den Luftaustausch angebracht worden sind. Kann sich der Vogel nicht in Bauchlage halten, muss er zusätzlich gestützt werden. Ein zur Rolle resp. Nest geformtes Handtuch leistet hier gute Dienste. Nun sollte die Schachtel mit dem Vogel darin an einen ruhigen, kühlen Ort (maximal 20 °C) gestellt und in Ruhe gelassen werden. Wasser und Futter kann das Tier in diesem Zustand nicht aufnehmen und sollte deshalb auch nicht angeboten werden.

Nach zwei bis drei Stunden schaut man nach, wie es dem Patienten geht. Ist der Zustand unverändert oder hat er sich gar verschlechtert, muss er einem vogelkundigen Tierarzt vorgeführt werden.

Hat sich der Pflegling erholt und ist aktiv, kann er am Fundort wieder in die Freiheit entlassen werden. Fliegt er nicht aus eigener Kraft aus der Schachtel raus, dauert die Erholung wohl länger und der Vogel muss in eine Vogelpflegestation gebracht werden.

Von Mitte April bis etwa Mitte August ist Jungvogelzeit. Die einheimischen Vögel ziehen dann ihre Jungen gross. Jedes Jahr fallen viele Jungvögel aus dem Nest, gelangen beim Jungfernflug in die Fänge einer Katze oder prallen in eine Scheibe. Doch aufgepasst: Nicht alle Jungvögel brauchen unsere Hilfe.

So brauchen zum Beispiel Ästlinge keine. Ästlinge sind fast vollständig befiederte Jungvögel, die das Nest bereits verlassen haben, aber noch nicht gut fliegen können. Sie stehen unter strenger Aufsicht der Eltern und werden regelmässig gefüttert. Diese Entwicklungsphase dauert bei den meisten Arten etwa eine Woche. Durch Rufe zeigen sie den Vogeleltern an, wo sie sich befinden. Auch wenn sich die Eltern nicht gerade in deren Nähe befinden, darf man Ästlinge auf keinen Fall einfach mitnehmen. Sind Katzen in der Nähe, können Ästlinge auf katzensichere Äste umgesetzt werden.

In folgenden Situationen ist ein Eingreifen erforderlich:

  • Der Jungvogel ist nackt oder kaum befiedert: Hier handelt es sich um einen Nestling, der noch dringend die Unterstützung der Eltern braucht. Ausserhalb des Nestes wird er von den Eltern nicht gefüttert oder gewärmt und hat keine Überlebenschance. Macht der Vogel einen gesunden Eindruck und ist der Neststandort bekannt, kann man das Tier vorsichtig ins Nest zurücksetzen. Da ist die Überlebenschance am grössten. Findet man das Nest nicht oder es ist unerreichbar, kann man diese Jungvögel in die nächstgelegene Vogelpflegestation bringen. Wussten Sie, dass, im Unterschied zu vielen Säugetiereltern, Vögel ihren Nachwuchs weiterhin annehmen, auch wenn man ihn mit den Händen berührt hat?
  • Der Jungvogel ist verletzt (Bruchverletzungen, offene Wunden): Diese Vögel brauchen rasche, tierärztliche Hilfe. Der Transport zum Tierarzt oder zu einer Wildvogelpflegestation erfolgt am besten in einer mit Haushaltspapier ausgekleideten Kartonschachtel. Wir empfehlen, die Tierarztpraxis oder die Station vorgängig telefonisch zu informieren.
  • Der Vogel wurde von einer Katze gebracht: In diesem Fall benötigt er raschmöglichst ein Antibiotikum. Im Speichel der Katze sind Bakterien enthalten, die über die Mundschleimhaut der Katze in die Blutbahn des Vogels gelangen und unbehandelt zum Tod führen. Bringen Sie den Vogel zur nächstgelegenen Tierarztpraxis.
  • Es handelt sich um einen Mauer- oder Alpensegler: Am Boden aufgefundene Segler (egal ob alt oder jung) sind immer in akuter Not und bedürfen menschlicher Hilfe. Bergen Sie das Tier und kontaktieren Sie eine Wildvogelpflegestation oder die Stiftung TBB Schweiz.
  • Der Jungvogel befindet sich an einer gefährlichen Stelle (z.B. auf der Strasse): Hier sollte man den Vogel aus der Gefahrenzone bringen und an einen geschützten Ort setzen, aber nie weiter als 10 Meter von der Fundstelle entfernt.

Im Sommer sind sie kaum wegzudenken: Gruppen von Mauerseglern, die mit ihrem schrillen, unverwechselbaren Ruf hoch über den Häusern ihre Flugkünste vollbringen: Bei ihren Flugmanövern können sie im Sturzflug Geschwindigkeiten von mehr als 200 km/h erreichen.
Der Mauersegler ist perfekt an das Leben in der Luft angepasst. Einzig zum Brüten lässt er sich zu seinem Nest hinab, das sich unter Ziegeln, in Mauerhöhlungen oder Mauerseglernistkästen unter unseren Hausdächern befindet. Ausserhalb der Brutzeit hält er sich für zehn Monate nahezu ohne Unterbrechung in der Luft auf. Er schläft und paart sich auch während dem Flug. Weil die Mauersegler eben so stark an den Luftraum angepasst sind, haben sie dementsprechend auch kleine Füsse, die sich für Bodenlandungen und die Fortbewegung am Boden nicht sonderlich eignen.
An Tagen mit sehr grosser Sonneneinstrahlung kann es vorkommen, dass Jungvögel wegen Überhitzung das Nest vorzeitig verlassen und eine Bruchlandung erleiden. Sie sind ohne menschliches Zutun zum Sterben verurteilt.

Wenn Sie also einen Mauersegler am Boden finden, ist dieser immer in einer prekären Situation. Wir haben für Sie Tipps bereit, wie Sie in diesem Fall vorgehen sollten:

  • Ist der Mauersegler verletzt oder handelt es sich um ein nacktes Küken?
    Wenn Sie erkennen, dass der Mauersegler verletzt oder krank ist oder es sich um ein nacktes Küken handelt, dass noch nicht flügge ist, ist sofortige Hilfe erforderlich! In diesem Fall muss der Vogel so schnell wie möglich zu einer Vogelpflegestation (https://www.vogelwarte.ch/pflegestation). Wichtig: Verwenden Sie auf keinen Fall einen Käfig oder einen Katzenkorb für den Transport. Hier besteht die Gefahr, dass sich der Vogel beim Herumflattern sein Gefieder an den Stäben beschädigt. Am geeignetsten ist eine Kartonschachtel, die mit Haushaltspapier, Tüchern oder Heu ausgelegt und mit Luftlöchern im Deckel versehen wird.
  • Ist der Mauersegler ausgewachsen, flügge und unverletzt?
    Scheint der Mauersegler gesund, adult und flugfähig, so legen Sie ihn auf Ihre Hand und überprüfen Sie, ob er die Flügel symmetrisch hält. Falls dem so ist, können Sie einen Flugversuch wagen. Dazu halten Sie die flache Hand mit dem Vogel darauf auf Kopfhöhe und geben ihm genügend Zeit zum Abflug. Ist der Mauersegler gesund, wird er von alleine davonfliegen. Macht er das nicht, bringen Sie ihn wie oben beschrieben zu einer Vogelpflegestation oder zu uns ins Tierheim.

Wichtig: Den Mauersegler niemals in die Luft werfen!

Traurig aber wahr: Praktisch täglich werden Wildtiere angefahren. Denn selbst den aufmerksamsten Fahrzeuglenkern kann ein Unfall passieren: Tieren rennen oft unvermittelt auf die Strasse, so dass ein Ausweichen nicht mehr möglich ist. Zudem bleiben insbesondere Rehe bei Scheinwerfer-Licht vor Schreck stehen, da sie das Licht nicht mit dem sich nähernden Auto in Verbindung bringen und so die Gefahr nicht erkennen.

Was ist zu tun bei einem Wildunfall?
Falls ein Fahrzeuglenker ein Tier anfährt, ist dies noch nicht strafbar. Strafbar wird man aber, wenn man eine der nachfolgenden gesetzlichen Pflichten missachtet. Es spielt dabei keine Rolle, ob das Tier verletzt am Boden liegen bleibt oder verletzt zurück in den Wald springt.

Pflichten bei einem Wildunfall:

  • Sofort anhalten (sofern es die Verkehrssituation zulässt), die Warnblinker einschalten und die Unfallstelle mit einem Pannendreieck sichern.
  • Sofortige Meldung an die Polizei (117) oder, falls bekannt, an den zuständigen Wildhüter oder Jagdaufseher und warten bis zu deren Eintreffen. Die Polizei verständigt den Wildhüter oder Jagdaufseher, welcher zu jeder Zeit ausrückt. Dieser stellt dann auch die Bestätigung über den Wildunfall aus, welche für die Versicherung nötig ist.
  • Nie versuchen, das Tier zu berühren oder gar selber einzufangen. Das würde das Tier nur noch mehr in Angst versetzen und zusätzlich stressen.

Unsere Tipps, damit Wildtiere im Garten nicht zu Schaden kommen:

  • Rasenmähen: Falls Sie einen Mähroboter besitzen, sollten Sie diesen nur tagsüber und unter Aufsicht einsetzen. Insbesondere junge Igel können durch diese Geräte tödlich verletzt werden. Aufgepasst auch beim Einsatz von anderen motorisierten Gartenwerkzeugen wie Fadenmäher, Freischneider, Motorensensen etc.
  • Gift: Verzichten Sie auf die Verwendung von Pestiziden, Kunstdünger etc. Solche Mittel enthalten Gifte, welche für Tiere tödlich sein können.
  • Heckenschnitt: Während der Brutzeit (März bis September) ist gemäss dem Schweizer Natur- und Heimatschutzgesetz (NHG) der Rückschnitt von Pflanzen verboten. Dies zum Schutz der Wildtiere. Verzichten Sie bis Ende der Brutzeit auf einen radikalen Rückschnitt von Hecken und Bäumen. Diese bieten vielen Vögeln einen sichern Rückzugs- und Brutort.
  • Laub- und Asthaufen: Lassen Sie diese ruhig liegen. Solche Holz- und Laubhaufen bieten vielen Tieren einen sicheren Platz.
Hohe Temperaturen machen nicht nur uns Menschen, sondern auch den Tieren zu schaffen. Tiere sind jetzt besonders froh um frische Wasserstellen. Denn natürliche Wasserstellen wie Pfützen und Rinnsale trocknen bei dieser langanhaltenden Hitze schnell aus. Die Tiere haben dann oft Mühe, Wasserstellen zu finden. Wenn Sie einen Balkon oder Garten haben, können Sie mit kleinem Aufwand den Vögeln, Igeln, Insekten und Co. eine Freude bereiten.

Tipps für ein sicheres Vogelbad:

  • Füllen Sie eine breite, flache Schale (oder z.B. einen Blumentopfuntersetzer) mit Wasser.
  • Legen Sie ein paar Steine oder etwas Holz in die Schale. Das hilft Insekten, Igeln und anderen Tieren, besser an das Wasser zu gelangen und wieder hinauszukommen.
  • Wechseln Sie das Wasser mindestens einmal am Tag. Die Schale sollte gut ausgespült und hin und wieder geschrubbt werden. Das verhindert die Übertragung von Krankheiten.
  • Stellen Sie die Schale an einen schattigen Platz. Nicht direkt neben einen Busch, wo sich Katzen unbemerkt anschleichen könnten.

Und zum Schluss: Wussten Sie das? Vögel können nicht schwitzen, sondern kühlen sich – genau wie Hunde – mit Hecheln ab. Darum sieht man im Sommer immer wieder Vögel, die mit offenem Schnabel dasitzen und schnell atmen.

Wenn Sie einen Pool, eine Regentonne, einen Teich oder eine andere offene Wasserstelle im Garten haben, decken Sie diese unbedingt ab oder stellen Sie eine Ausstiegshilfe zur Verfügung. Ungesicherte Wasserstellen stellen eine grosse Gefahr für Katzen, Igel, Insekten und andere Tiere dar. Fallen die Tiere hinein, kommen sie ohne Ausstiegsmöglichkeit nicht mehr heraus und ertrinken.